Appenzeller Land: 50 ausgewählte Tal- und Höhenwanderungen im Appenzeller Land und seinen Randgebieten. Die schönsten Tal- und Höhenwanderungen
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Einfallslos und schlampig gearbeitet
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(REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Appenzeller Land: 50 ausgewählte Tal- und Höhenwanderungen im Appenzeller Land und seinen Randgebieten. Die schönsten Tal- und Höhenwanderungen (Taschenbuch) Der von Helmut Dumler verantwortete Wanderführer "Appenzeller Land" macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Mächtig erhebt sich die Stauberen-Kanzel auf dem Titelbild: das verspricht Wanderspass, wie auch die mitabgebildete Gruppe suggeriert. Und in der Tat ist das vom Vf. vorgeschlagene Wanderspektrum alles in allem repräsentativ für das Appenzeller Land. Einen Schwerpunkt bildet natürlicherweise das Alpsteinmassiv. Dann ist mit Genüge das Gebiet um das Dorf Appenzell bedacht. Und schliesslich reiht sich ein Korona an Vorschlägen ein, die in westliche und nördliche St. Gallen fallen.
Ein schönes Gebiet, das Vf. da also vor sich hat. Weniger schön ist allerdings, was er daraus gemacht hat. Bei genauerem Hinsehen wird zunächst erkennbar, dass unter den vorgeschlagenen Touren viele Dopplungen auftreten. Das Stichwort Variante, mit dem viele eigenständige Wanderungen bedacht hätten werden können, scheint Vf. fremd. Nur einige Beispiele: Nr. 45 ist bei Lichte besehen eine Abkürzung von Nr. 46, wobei Nr. 44, 45 und 46 jeweils nur grösser werdende Kreise der einen Tour um den Hohen Kasten sind.
Nr. 47 taucht dann auf als Abstieg von Nr. 46 und weiter als integrales Wegstück von Nr. 35. Nr. 8 wiederholt sich in Nr.35 und 43; Nr. 35 ist eigentlich nur als verunglückte "Grosse Runde" zu beschreiben. Denn - und das führt auf ein weiteres - die "Grosse Runde" ist zwar gross, aber nicht schön, denn sie lässt das Schönste aus. Wie kann eine "Grosse Runde" vorgeschlagen werden, die den spektakulärsten Aufstieg zum Säntis (via Schäfler und Öhrli-Pass) schlicht vergisst? Statt dessen wird öde Strasse empfohlen. Und ob der vielen Dopplungen hätte sich womöglich auch ein Blick in den nahen Liechtenstein (z.B. Drei Schwestern) oder ins östliche St. Gallen (Gamsberg) nahe gelegt.
Nun ja, wir wollen es Vf. nicht weiter übel nehmen. Wirklich unangenehm jedoch fällt die technische Machart des Ganzen auf. Zunächst die Anordnung des Inhalts. Was Säntis und Liesengrat zwischen Kronberg und Speicher zu suchen haben fragt es sich schon; zumal der Alpstein separat am Schluss angeboten wird. Weiter: Vf. verwechselt offenbar den Spaziergang mit der Wanderung. Jedenfalls empfiehlt er knapp 20 Spaziergänge im Zweieinhalb-Stunden-Format (Nr. 2, 5, 8, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 20, 21, 22, 25, 26, 28, 31, 33). Von Wandern kann da nur bedingt die Rede sein. Hier kann vieles unberücksichtigt bleiben.
Es ist Schade, dass - so planlos das Wanderbüchlein scheint - auch im Informationskopf Chaos herrscht. Hier fehlt v.a. eins: Stringenz. Ein Konzept der Angaben der Zeiten ist wage auszumachen, keineswegs aber zur Anwendung gekommen. Man kann froh sein, wenn die Zeiten richtig addiert sind. Ansonsten gibt es oft kein klares Bild. Hinzu kommt, dass die Kartenskizzen mitunter Verwirrung zu stiften in der Lage sind. So geht es sicher nicht von der Stauberen-Kanzel direkt auf den Hohen Kasten (sondern via Kastensattel bzw. direkt davor über eine schmale Abkürzung) und auch nicht bei der Wagenlücke direkt über P 2072. Hier mag vieles dem Druck bzw. der Satzvorlage geschuldet sein. Schwerer wiegen die nicht immer nachvollziehbaren Klassifikationen. Dass Nr. 43 wie Nr. 50 eingeschätzt wird, kann zumindest Verstörung auslösen.
Noch ein Wort zur Sprache: Dass Vf. kein Meister derselben zu sein scheint, kann im Vorwort studiert werden. Sicher: Ein Wanderbuch ist kein Roman; vielmehr ein Informationsbuch. Da stecken dann auch Vf. Stärken. Es handelt sich um Informationen, aber hie und da hätte so mancher stilistische faupax vermieden werden können.
Was bleibt am Schluss? Ich meine ein ambitioniertes und wohlgemeintes Wanderbuch, das allerdings über weiten einfallslos wirkt und teilweise schlampig gearbeitet ist.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 13. September 2006
Kundenrezensionen:
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